Bibliothek der Generationen

Als Autorin der Bibliothek der Generationen im Historischen Museum Frankfurt setze ich mich am Beispiel des "Gastarbeiter- und Kofferkindes" mit dem Thema Kindheit und Familie im Wandel der Migration auseinander. 


Darüber hinaus bin ich regelmäßig als Stadtlaborantin aktiv. Das Stadtlabor ist partizipativ ausgerichtet, d.h. das Museum beteiligt die Stadtbürger*innen aktiv an den Museumsinhalten. Somit bin ich mit meiner Expertise bei öffentlichen Ausstellungen des Museums mit eigenen Beiträgen vertreten. Diese Arbeiten gehen anschließend in mein Fach in der Bibliothek der Generationen über und können dort eingesehen werden. 

Spurensuche im Heute. Frankfurt und der NS.

Tagebuch des Erinnerns 

Der NS und seine Auswirkungen. Eine Spurensuche in mir.

Der NS hat doch nichts mit mir zu tun? Er ist doch eine deutsche Geschichte! Ich nahm dennoch die Einladung zu diesem Stadtlabor an. Welche Erkenntnisse würde ich wohl mit der Zeit gewinnen? 

In einem der Vorbereitungstreffen fragte jemand: „Was löst bei Ihnen ein auf die Wand geschmiertes Hakenkreuz aus?“ Plötzlich tauchten Gefühle und Erinnerungen auf. Ich begann, ein Tagebuch als Spurensuche in mir selbst zu schreiben. Es erstaunte mich, mir Zusammenhänge in dieser Form bis dahin nie bewusst gemacht zu haben. Als ich Kind war, fesselten mich die Erzählungen meines Großvaters über den Zweiten Weltkrieg. Als junger Soldat entkam er knapp einer Massenhinrichtung. Aber wer wollte ihn eigentlich hinrichten? Diese Frage stellte ich mir jetzt zum ersten Mal. Dann mein Leben im Spannungsfeld zwischen einem Deutschland, das sich immer mehr demokratisierte, und einem kommunistischen, diktatorischen Jugoslawien und seinem Tito-Mythos. Und nicht zuletzt begann ich, die problematische Gastarbeitersituation in Beziehung zur NS-Zeit zu sehen. 


Das Tagebuch entstand im Zeitraum vom 01. Januar 2021 bis zum 15. Oktober 2021.

In der Ausstellung ist die Kopie des Tagebuches zu sehen, das Original liegt in meinem Fach in der Bibliothek der Generationen.
Die Ausstellung geht bis zum 11. September 2022.

Ich bedanke mich für die Förderung dieses Projektes bei der Hessischen Kulturstiftung, die mir für diese Arbeit ein Brückestipendium gewährte. 

Kein Leben von der Stange

Wurzelkoffergeschichten