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#inspirationfüreingedicht – Im Land der Dichter und Denker

Warum mein Lyrikband zwoelf das gewisse MEHR hat und warum Lyrik meiner Leser in meinem Blog zu finden ist: Hier 😉

#inspirationfüreingedicht – von L.

zwoelf gedichte lyrik

Danke, L., für dein Gedicht… 🙂

Die rote Kordel
Schnurrt – wie Paillettentröpfchen,
blutet mein Herz.

Mein feuriges Herz
verblasst wie eine weisse Feder,
Blumen sind kein Trost.

Grün vor Neid bin ich,
sagt mein gebrochenes Herz
zu der roten Konkurrenz!

#inspirationfüreingedicht – von Stefan Sprang

Stefan Sprang Tamara Labas zwoelf Groessenwahn Verlag

Danke, lieber Stefan, für dein Gedicht… 🙂

DICKICHT

Ein Übermaß
Versteckt in sich
Ein Sein, ein Ich
Verirrt, verwachsen
Hintergangen

Im Wandel der Hoffnung
Mohngelber Verrat
Am Morgen enttarnt
Intrige lilienschwarz
Im Vormarsch der Alltagsphysik
Ätherisch alle Erkenntnis
Contra tiempo, gegen den Tag
Im Gefolge der Angst
Um Visionen
Wohlerwogen, betrogen

Es ereignet sich nicht
Was erwartet wird
Es ändert sich kaum
Was umgibt
Denn die Bilder liegen seit je
In ihren Köpfen
Keine Pfade führen hinab
Kein Kirschblütenzweig
Verspricht

Entkommen

Die Bilder aufgehäuft
Eine Flamme dazwischen
Bald Rauch, bald Asche
Wirbelt so bunt, so närrisch
Sternenballett, so tönend
Hitziger Wind, himmelrot
Fortschreiten, federleicht
Ein Ich, ein Sein
Ausgreifend gehemmt

Der Wille bleibt turmhoch
Hastet kreisrund,
Flieht hinein und

#inspirationfüreingedicht – von Jens Lay

zwoelf groessenwahn verlag lyrik

Danke, Jens Lay, für dein Gedicht… 🙂

Das Blut fließt
Herunter vom Tempel
Ist nicht die Zuversicht noch da
Oder verloren im Nichts
Wen kümmert es
Wenn alles verbrennt
Raub von Feuer und Flammen
An den Phoenix denke ich
Ein Rest an Hoffnung
Vielleicht ist es wahr
Die Leere

bleibt

#inspirationfüreingedicht – von Anonym

Tamara Labas zwoelf Groessenwahn Verlag Frankfurt

Danke an die Leserin, die anonym bleiben möchte, für ihr Haiku-Gedicht 🙂

Eine rote Feder –
im fernen Heimatland ist
jetzt ja Spendenzeit.

In Japan sammeln im Herbst Menschen Geld für wohltätige Zwecke. Sie tragen als Erkennungszeichen eine rote Feder und die Spender erhalten als Dank ebenfalls eine rote Feder.

Wie die Pailletten
Strahlen Blätter in rot, gelb
in Abendsonne.

#inspirationfüreingedicht – von Johann Kneißl
Tamara Labas Groessenwahn Verlag Lyrik
Foto by: Johann Kneissl

Danke, lieber Johann, für deine lyrische Inspiration mit Foto 🙂

Universum

Dich mit allen Engels
Flügeln umarmen
Gebettet im ganzen Feder
Kleid der Welt
Lippenrot und engelsweiß
Wir zwei unter der Himmels
Decke eingehüllt
Das ganze Uni
Versum durchatmen
Unsere Kleider ein Luft
Hauch mit Swarovski
Steinen
Schimmernd dein Herz
Leidenschaftliches Gemälde
Welcher Künstler könnte es
malen

27.05.2017 | ©Johann Kneißl

Inspirationsquellen aus dem Briefchen im Band zwoelf von Tamara Labas mit den Wörtern „Himmel“ und „Leidenschaft“, einem scheckkartengroßen Aquarell in Erdfarben, Gänsefedern in rot und weiß, samtweichen kleinrunden Papierschnipsel und einem grünschimmernden Herz.

#inspirationfüreingedicht – von Inga Rosenberg

Tamara Labas zwoelf Lyrik Schreibwerkstatt Leser

Danke liebe Inga! Für das Gedicht und deine Freundschaft – und deine hervorragende musikalische Begleitung am Klavier bei Lesungen mit meinen Gedichten :* Hier nun aber das Gedicht von Inga Rosenberg:

Blütenstaub

ein Etwas
versteckt
die Träume
zärtlich schmückend
in die Feder
eines
Engelsflügels

dort sind sie sicher
dürfen nicht verloren gehen

er wird sie tragen
wo sie hingehören
so, wie die Bienen
Blütenstaub zerstreuen

wie das Zerstreute
seine Früchte
reifen lassen möchte
wir endlich in
verträumter Zweisamkeit
den süßen Honig
werden kosten dürfen

dabei die Engel
Liebeslieder singen
leise

Post Skriptum: bloß, dass der Engel sich
nicht verirrt…

#inspirationfüreingedicht – gibt es auch bei 31° 😉

Tamara Labas Andy Latte Inspiration fuer ein Gedicht

Andreas Johannes Latte hat auch gedichtet… Merci beaucoup, Andi!

Mein Himmel

Mein Himmel hängt nicht voller Geigen
mein Himmel hängt voller Leiber

sie hängen ganz friedlich dort
manche kürzer, manche schon länger
und stumm sind sie

einige sind schon vertrocknet
bei anderen kann man noch Herzschlag seh’n
oder Atmen hör’n

sie kommen zu mir, wenn sie noch gehen
und Kreise mit ihren Armen zeichnen können
nur: verstehen,
verstehen kann ich sie nicht

wenn sie schön sind
lasse ich Glitzer auf sie herabrieseln
wie Schnee fällt
im Winter
auf mein verlassenes Grab

denk nicht, ich hätte es nie versucht
als du zu mir kamst
die bunte Federboa um deinen nackten weißen Leib geschlungen
die Haare so schwarz wie die Asche des Timanfaya
die Augen so blau wie das Meer vor El Golfo
ein Trugbild

doch meine Welt ist eine andere
in ihr regiere ich
und ich bin der Hass
ich bin auch die Liebe
und es hört niemals auf

nie hört es auf
nie ist es anders
und hören kann man mich nicht
wenn ich komme

#inspirationfüreingedicht

Tamara Labas Lyrik Groessenwahn Verlag

Lana Ljustina hat auch mitgemacht… hier ihr Werk… Herzlichen Dank, Lana!

HERZ AM SEIL

An einem seidenen Faden
hängt mein Herz
es hängt
und hängt
hängt
schaukelt leicht
Hoffnung
dann
Klatsch!
Du Mörder!

#inspirationfüreingedicht

Groessenwahn Verlag Lyrik Poesie interaktiv

Björn Buxbaum-Conradi ließ sich inspirieren… Lieben Dank, Björn!

Hier sein Werk:

FÜR L.

Himmelblau war der Umschlag,
den du mir schicktest,
damals im April.

Du hast das Schweigen gebrochen,
wir wollten uns nicht mehr schreiben.
Fünf Jahre hat das Gelübde gehalten.
Es diente uns beiden als Schutz,
weil du ein Wesen aus Feuer bist
und ich entflammbar wie Federhärchen.

Ich mochte es einfach. Strass und Konfetti, nein danke!
Aber geerdet war ich nicht, ständig hatte ich was.
Und du? Du warst talentiert und wolltest Anerkennung.
Wenn du am Flügel saßt, konntest du dich vergessen,
für einen Moment nur, aber das genügte.

Meine hässlichen Seiten konntest du nicht vergessen
und dafür danke ich dir.
Aber du hättest mir nicht schreiben dürfen.
Mein Herz soll nicht wieder ein Herz sein.

#zwoelf – ein ganz besonderer Lyrikband… mit einem Briefchen #inspirationfüreingedicht

inspiration fuer ein gedicht zwoelf

Ein Briefchen mit einem Aufkleber „Inspiration für ein Gedicht“… ist in jedem Gedichtband zu finden. Der Verleger, Sewastos Sampsounis, Praktikantinnen und ich haben einige Zeit damit verbracht, jedes Briefchen mit verschiedenen Materialien zu bestücken und dieses dann in jedes einzelne Buch einzukleben. Leser des Buches haben so nicht nur die Möglichkeit meine Gedichte zu lesen, sie können sich persönlich zu einem Gedicht inspirieren lassen. Kreativität zu fördern ist nämlich ganz in meinem Sinne – weshalb mir auch das Leiten von kreativen Schreibwerkstätten so am Herzen liegt…

Mittlerweile habe ich einige interessante Gedichte zugesandt bekommen. Nun sollen sie das Licht der Welt erblicken… Auf meine Website werde ich von Zeit zu Zeit ein Gedicht veröffentlichen…

Jeder Besitzer meines Lyrikbandes „zwoelf“, der es noch nicht getan hat, ist zudem herzlich dazu eingeladen, mir sein Gedicht noch zu schicken: autorin@tamara-labas.de Bitte nicht vergessen, ausdrücklich einer Veröffentlichung auf meiner Website zuzustimmen, wenn gewünscht… 😉

 

Über #MeToo, #MITOO und der „Offene Brief“ prominenter Französinnen in „Le Monde“

Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt an Frauen Tamara Labas

Dieser Tage war ich damit beschäftigt, eine Dokumentation über eine Fachtagung zum Thema: „Migrantinnen TOO! Nein zu Gewalt an Migrantinnen* und geflüchteten Frauen*! #MITOO“ zu verfassen. Die Tagung wurde am 25.11.2017 von DaMigra e.V. anlässlich des Internationalen Tages zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen ausgerichtet.

Zu #MeToo kam #MITOO hinzu und nun auch der offene Brief in „Le Monde“, in dem prominente Französinnen eine andere Position zur #MeToo-Bewegung beziehen.
Was ich darüber denke…

Fangen wir erst einmal mit ein paar Zahlen an: Laut einer europaweit durchgeführten Studie von der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte 2014 erfährt in Deutschland jede 3. Frau seit ihrem 15. Lebensjahr physische oder sexuelle Gewalt. Eine von fünf Frauen war Stalking Opfer und jede zweite Frau wurde sexuell belästigt. In 28 Staaten der EU wurden mit 42.000 Frauen Interviews geführt. Die Ergebnisse dieser Studie spiegeln die Realität der Gewalt weltweit wider: Frauen sind von bestimmten Gewalthandlungen, wie Vergewaltigung, sexuelle Nötigung oder häusliche Gewalt, allein aufgrund ihres Geschlechtes überproportional häufiger betroffen.

Die #MITOO Hervorhebung hat den Hintergrund, dass Frauen mit Flucht- und Migrationsgeschichte aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer sozialen und/oder ethnischen Herkunft, ihres Geschlechts oder ihrer Sexualität ungleich stärker von sexualisierter Gewalt betroffen sind als herkunftsdeutsche Frauen. Und zwar aufgrund ihrer geringeren Chancen auf dem Bildungs- und Arbeitsmarkt oder ihres unsicheren Aufenthaltsstatus. Das betont DaMigra und setzt sich dafür ein, dass die Istanbul-Konvention, die mit dem 1. Januar 2018 in Deutschland zu geltendem Recht geworden ist, vorbehaltlos umgesetzt wird.

Nun, gebe es weltweit nicht gewichtige Gründe dafür, würde es eines solchen völkerrechtlichen Vertrages wohl nicht bedürfen. Zur Information für diejenigen, die sich damit nicht beschäftigt haben, die Istanbul-Konvention ist ein Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt. Dieser völkerrechtliche Vertrag wurde 2011 in Istanbul verabschiedet, trat am 1. August 2014 in Kraft und stellt somit einen Meilenstein in der Bekämpfung aller Arten von Gewalt gegen Frauen dar.

Ein besonderer Schutz von Frauen vor Gewalt und sexualisierter Gewalt weltweit, auch hier in Deutschland, ist leider notwendig! Die #MeToo und #MITOO-Bewegung sind richtig und wichtig! Es ist z.B. nicht hinzunehmen, dass Männer ihre Machtposition ausnutzen, um Frauen (junge Schauspielerinnen, geflüchtete Frauen etc.) als Objekt für ihre eigene Sexualität zu benutzen. Es ist richtig und gut, dass Männer, die in der Öffentlichkeit stehen, auch öffentlich angeprangert werden. Im Interview in der FAZ sagt Catherine Millet, sie fände es nicht gut, wenn Männer des öffentlichen Lebens in den sozialen Netzwerken eines solchen Deliktes beschuldigt würden. Dafür gebe es die Justiz. Natürlich soll darüber letztendlich die Justiz urteilen. Aber diese Taten an die Öffentlichkeit zu tragen, ist meines Erachtens richtig. Nur so kommen wir ins Gespräch miteinander. Und Menschen in der Öffentlichkeit nutzen die Öffentlichkeit z.B. um Karriere zu machen. Da ist es auch angemessen, dass gravierendes Fehlverhalten auch öffentlich angeprangert wird!

Die prominenten Frauen aus Frankreich möchten eine Gegenposition beziehen und sind meiner Meinung nach radikal. So ist es nun mal, wenn man wieder eine Balance finden möchte. Daher finde ich es auch gut, dass diese Frauen im „Le Monde“ sich zu Wort gemeldet haben. Ja, das meine ich wirklich. Mit Missbrauch kann auch Missbrauch betrieben werden… Und dennoch: Unrecht, Grenzüberschreitungen und Gewalt müssen wir anprangern! Gleichzeitig – da sympathisiere ich mit der Position der Frauen aus Frankreich – sollten wir uns den spielerischen Spaß, der sowohl Frau als auch Mann gefällt, nicht verderben lassen. Also keine Prüderie! Männer sollten sich trauen, auf Frauen zuzugehen, aber das Nein der Frauen respektieren. Immer.

Selbstverständlich verunsichert es uns, wenn Tabus gebrochen werden. Sie geben uns jedoch die Chance, die Spreu vom Weizen zu trennen. Und die Benimmregeln zwischen den Geschlechtern neu zu verhandeln. Das scheint, so zeigt es uns die MeToo und MITOO-Bewegung, dringend erforderlich zu sein.

 

Was machen mein Teddy und #zwoelf im Historischen Museum Frankfurt?

migration partizipativ sammeln stadtlabor historisches museum frankfurt

Mein Teddy ist nun mit meinem Lyrikband #zwoelf in der Ausstellung des Historisches Museum Frankfurt bis zum 22. April 2018 zu sehen. Das Ensemble Teddy und Gedichtband bilden symbolisch meine persönliche Migrationsgeschichte. Darüber hinaus steht es für mich als Erinnerungsobjekt für Gastarbeiterkinder. Mit dem Teddy möchte ich an die Tragödien und Traumata vieler Gastarbeiterkinder erinnern, die von ihren Eltern zu Verwandten in ihre Herkunftsländer und wieder nach Deutschland hin- und hergeschickt wurden. Dieser Teil der deutschen Migrationsgeschichte sollte ins kollektive Bewusstsein kommen! Auch wenn die Wirtschaft, die Bundesrepublik Deutschland, die jeweiligen Herkunftsländer und die migrierten Eltern nicht beabsichtigt haben, Kinder zu traumatisieren – sie verfolgten lediglich wirtschaftliche Interessen -, so ist dieses doch geschehen! Der Lyrikband steht für das Positive der Migration: Wenn einiges gut geht, hat Migration auch eine Sonnenseite!

Stadtlabor „Sammlungs-Check – Migration partizipativ sammeln“

Blog des Historischen Museums

 

Ich schreibe auf Deutsch, auch wenn meine Muttersprache eine Migrationsgeschichte hat

Stadt Frankfurt DaMigra MUT Projekt Tamara Labas Schreibwerkstatt

Der schöne Ausblick aus dem Seminarraum. Teil 3 der Schreibwerkstatt für Migrantinnen. Wir konzentrierten uns auf den Schreibimpuls „Meine erste Reise nach Deutschland“. Es entstanden beeindruckende Erzählungen. So die Beschreibung einer Germanistikstudentin aus Ägypten, die mit 19 Jahren am Frankfurter Flughafen landete und über lustige Missverständnisse erzählte. Oder die Ankunft einer indischen Frau aus einer Großstadt in ein deutsches Dorf. Oder die berührende Geschichte einer türkischen Frau, die wie ein falsch zugestelltes Amazon-Päckchen zwischen Deutschland und der Türkei hin- und her verschickt wurde u.v.a.m. Wir alle haben wieder einmal voneinander viel gelernt und erfahren. Wir waren berührt, bewegt und haben auch köstlich gelacht.

Danke an die tollen Frauen und an DaMigra! Das MUT-Projekt wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration.

Weitere Infos: https://www.damigra.de/mut-projekt/ueber-das-projekt/