Kreativstätten

Raum für Themen, Texte und Inszenierung

Zwischen Lebenstraum und Covid 19.  

Selbstreflexionen im Medium Lyrik


Die aktuelle Coronakrise hat uns in unseren Grundfesten geglaubten Sicherheiten und Normalität erschüttert. Junge Menschen sind nach bisherigen Erkenntnissen nicht so sehr vom Virus im medizinischen Sinne betroffen. Doch wie hat sich die Pandemie auf ihren Alltag und ihre Zukunftsplanung ausgewirkt? 


Geschichte zum Film – eine Beherbergungssuche


Wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie konnte die Universität keine Räume für die Schreibwerkstatt zur Verfügung stellen. Im Oktober beherbergte uns freundlicherweise der Frankfurter Salon jeden Sonntagnachmittag trotz laufendem Cafébetriebs und unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen. Wir fingen an, die Inszenierung für das Kellertheater Frankfurt zu besprechen. Im November bot uns das Kellertheater sogar seine Räume an, um bis zur Aufführung am 29. November 2020 dort in Ruhe weiter arbeiten zu können. Wir waren von größter Euphorie und Motivation getragen. Aber das SARS-CoV-2 war im Eroberungsrausch, dem Einhalt geboten werden musste. Lockdown light trat mit dem 2. November 2020 in Kraft. Theaterhäuser mussten schließen. Wir trafen uns fortan ausschließlich virtuell über Zoom. Die Motivation versickerte im virtuellen Raum. Nun die Texte mit Filmsprache inszenieren? Es brauchte etwas Zeit, um umzuswitchen. Wir haben es aber geschafft: Ein Tag vor Heiligabend. Sobald der Frankfurter Salon wieder öffnen darf, werden wir uns treffen, um uns persönlich zu verabschieden… oder, vielleicht sogar die Inszenierungsarbeit wieder aufzunehmen? 

 

Dieses künstlerische Projekt wurde von der Hessischen Kulturstiftung als Arbeitsstipendium gefördert und in Kooperation mit dem Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften der Johann-Wolfgang-Goethe Universität durchgeführt.
Projektleitung: Tamara Labas 


“Ich. Hier und jetzt…” – Identität, Selbst- und Fremdwahrnehmung im Medium Lyrik und biografisch-postdramatisches Theater


Ursprünglich sollten die in der Schreibwerkstatt entstandenen lyrischen Texte mit dem Tanztheater zum Ausdruck gebracht werden. Der Initiator des Projektes erkrankte und das Projekt kam ins Stocken. Die Projektpartnerinnen aus dem Tanzbereich konnten aus Termingründen ihren Teil des Projektes nicht zu Ende führen. Da die Textarbeit bereits beendet war und die Schüler*innen des Abiturjahrgangs sehr motiviert waren, ihre bis dahin geleistete Arbeit vor Publikum zu präsentieren, erarbeiteten sie unter meiner Leitung eine szenische Lesung. Mit Elementen des biografisch-postdramatischen Theaters inszenierten wir die Texte, welche auch in einem Booklet herausgegeben wurden.   


Gesamtinszenierung: Tamara Labas mit Schüler*innen 

Das Projekt wurde gefördert von Kulturfonds Frankfurt RheinMain GmbH im Rahmen von KUNSTVOLL im Schuljahr 2019/20 und dem Förderkreis des Albert-Schweitzer-Gymnasiums e.V. Offenbach am Main. Initiator des Projektes: Dr. Gaetano Biccari. 

Zugvögel

Zugvogel mit gebrochenem Flügel, tiefer Trauer im Herzen, gelandet im Nest, das nicht nach Heimat duftet. Heimat – ein Wort voller Sehnsucht und bitterer Würze. 

In meiner Schreibwerkstatt sprachen die Autorinnen darüber, was es bedeutet, die Heimat verlassen und Zuflucht in der Fremde finden zu müssen. Es war mir eine große Freude, den Frauen Gehör zu schenken und sie anzuleiten, ihre Gefühle in literarische Texte zu fassen. Mithilfe einer Sprachmittlerin und der jeweiligen Autorin übertrug ich anschließend in sprachlicher Feinarbeit die literarischen muttersprachlichen Texte ins Deutsche. Das Projekt wurde von Hiroko Takahashi initiiert.

Die sehr gut besuchte Lesung im Haus am Dom im Oktober 2019 war eine große Anerkennung für die Autorinnen. Im Pandemie-Jahr 2020 wurden mehrere Online-Lesungen durchgeführt.