Bibliothek der Generationen

Wurzelkoffergeschichten – eine künstlerische Erinnerungsinstallation
Tamara Labas Kein Leben von der Stange

vom 27. November 2019 bis zum 05. April 2020 // Historisches Museum Frankfurt // Saalhof 1, 60311 Frankfurt am Main //

“Wurzelkoffergeschichten” ist meine künstlerische Erinnerungsinstallation im Rahmen der Ausstellung „Kein Leben von der Stange. Arbeit. Migration. Familie“ im Historischen Museum Frankfurt.

…es war einmal… vor 65 Jahren warb Deutschland die ersten Arbeiter*innen aus dem Ausland an. Alle gingen davon aus, dass sie nur kurz und vorübergehend bleiben würden, weshalb sie „Gastarbeiter“ genannt wurden. Doch die „Gäste“ blieben ein Jahr ums andere und gründeten Familien. Viele „Gastarbeiterkinder“ wurden von ihren Eltern bei Verwandten in der Heimat zurückgelassen und später nachgeholt. Oder erst nach Deutschland mitgenommen und dann wieder zurückgeschickt. Es gab auch viele Kinder, die häufig hin und her pendelten. So entstand der Begriff „Kofferkind“. Meine Installation soll das Schicksal der „Gastarbeiterkinder“ in unser Bewusstsein bringen. Einstige „Gastarbeiterkinder“ haben mir ihre Geschichte erzählt. Sie sprechen über ihren Trennungsschmerz, über die Schwierigkeiten und Herausforderungen des „Ent-“ und „Verwurzelns“ und darüber, wo sie sich zu Hause fühlen. Auch Enkelkinder kommen zu Wort. Was wissen sie über die Geschichte ihrer Vorfahren? Auf den Stoffbahnen sind Zitate aus den Interviews, Schlüsselwörter und Gedichte abgedruckt. Aus jedem Gespräch entwickle ich ein Büchlein, das später in die Bibliothek der Generationen eingehen wird.

„Damit sich der Teddybär nicht so allein im Museum fühlt, werde ich für ihn das Teddybär-Gedicht vertonen“, sagte Inga Rosenberg. “Wurzelkoffer mit Teddybär” aus dem Lyrikband zwoelf ist Teil der künstlerischen Erinnerungsinstallation und wurde von Inga Rosenberg vertont.

Komposition: Inga Rosenberg // Gesang: Dzuna Kalnina // Klavierbegleitung: Stanislav Rosenberg

Teddybär zu Gast an der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt

Dienstag, 16. Juli 2019 // 12:00 Uhr // Johann Wolfgang Goethe Universität // Campus-Westend – Frankfurt am Main //

Ich fühle mich geehrt, dass ich meine Arbeit in der #BibliothekderGenerationen in einem Gastbeitrag im Seminar von Frau Dr. Noll habe vorstellen dürfen. Ich danke für die Einladung und den inspirierenden Austausch mit Frau Dr. Noll und Ihren Studenten der Erziehungswissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe Universität Frankfurt.

Meine Arbeit wird als künstlerische Erinnerungsinstallation in der Ausstellung “Kein Leben von der Stange. Arbeit. Migration. Familie.” im Historischen Museum Frankfurt zu sehen sein. Die Ausstellung wird vom 27. November 2019 bis zum 05. April 2020 gehen.

Autorin der Bibliothek der Generationen im Historischen Museum Frankfurt
©Stefanie Kösling

Die Bibliothek der Generationen ist ein von Sigrid Sigurdsson initiiertes künstlerisches Erinnerungsprojekt im Historischen Museum Frankfurt. Ausgehend von der Geschichte des “Gastarbeiter- und Kofferkindes” setze ich mich mit der Thematik “Kindheit und Familie im Wandel der Migration” auseinander. Mehr Informationen zu dieser Thematik und warum mein Teddybär in die Sammlung des Historischen Museums übergegangen ist – hier im Interview:

Mein Teddybär und das Gedicht “wurzelkoffer mit teddybär” aus #zwoelf kommen in die Sammlung des Historischen Museums Frankfurt

Das Gespräch hat Akaiterini Dori im Historischen Museum Frankfurt mit mir geführt. Welche Bedeutung haben der Teddy und das Gedicht und warum sind sie vom Interesse für das Historische Museum Frankfurt? Weshalb sollte die Thematik des “Gastarbeiterkindes” einen Platz im kollektiven Gedächtnis bekommen?

Im LK Deutsch »Migrationslyrik« haben SchülerInnen der 12. Klasse der Seeschule Rangsdorf sich mit den Gedichten des Literaturwettbewerbs zur 8. Bonner Buchmesse Migration auseinandergesetzt, die im Free Pen Verlag unter dem Titel “Angekommen…?” erstveröffentlicht wurden. Dieser Audioguide entstand zu meinem Gedicht wurzelkoffer mit teddybär

Im Filmprojekt des Q2-Deutschkurses Georg-Büchner-Gymnasiums-Köln als Wettbewerbsbeitrag für den Martin-Gauger-Preis NRW 2015 „Auf der Flucht“ ist von Minute 7:53 bis 8:58 das Teddybär-Gedicht ebenfalls zu hören. Ich empfehle den ganzen Film. Ihm wurde der 1. Preis zuerkannt. wurzelkoffer mit teddybär

Was machen mein Teddy und #zwoelf im Historischen Museum Frankfurt?
migration partizipativ sammeln stadtlabor historisches museum frankfurt

Mein Teddy ist nun mit meinem Lyrikband #zwoelf in der Ausstellung des Historisches Museum Frankfurt bis zum 22. April 2018 zu sehen. Das Ensemble Teddy und Gedichtband bilden symbolisch meine persönliche Migrationsgeschichte. Darüber hinaus steht es für mich als Erinnerungsobjekt für Gastarbeiterkinder. Mit dem Teddy möchte ich an die Tragödien und Traumata vieler Gastarbeiterkinder erinnern, die von ihren Eltern zu Verwandten in ihre Herkunftsländer und wieder nach Deutschland hin- und hergeschickt wurden. Dieser Teil der deutschen Migrationsgeschichte sollte ins kollektive Bewusstsein kommen! Auch wenn die Wirtschaft, die Bundesrepublik Deutschland, die jeweiligen Herkunftsländer und die migrierten Eltern nicht beabsichtigt haben, Kinder zu traumatisieren – sie verfolgten lediglich wirtschaftliche Interessen -, so ist dieses doch geschehen! Der Lyrikband steht für das Positive der Migration: Wenn einiges gut geht, hat Migration auch eine Sonnenseite!

Stadtlabor „Sammlungs-Check – Migration partizipativ sammeln“

Blog des Historischen Museums

Orte der Jugend – Historisches Museum Frankfurt

Historisches Museum Frankfurt zwoelf Tamara Labas

Die Schreibgruppe der Bibliothek der Generationen hat – unter Leitung von Phyllis Kiehl und Konzept der Kuratorin der BdG, Dr. Angela Jannelli – Texte zum Thema der Stadtlabor-Ausstellung “Orte der Jugend” geschrieben.

Hier meine Geschichte Seifenblasen und das Gedicht an der türschwelle als Hörtext.

Im Film-Workshop ist die Geschichte Türen und Wege entstanden.