Dichterinnen! Spot on!
Lyrische Stimmen von heute -
im Dialog mit Dichterinnen der Vergangenheit.
Eine vierteilige Lesereihe für Frankfurt - mit musikalischem Rahmen
Die Lesereihe feiert in einem neuartigen Format zeitgenössische und historische weibliche Stimmen: Eingeladene Lyriker:innen präsentieren eigene Werke und stellen zugleich eine deutschsprachige Dichterin der Vergangenheit vor, deren Lyrik sie interpretieren. Dieses dialogische Prinzip eröffnet neue Rezeptionswege, macht literarische Kontinuitäten sichtbar und würdigt weibliches Schreiben in seiner historischen Tiefe.
Jaepyo Jeong, ein in Seoul geborener national und international mehrfach ausgezeichneter Pianist, wird mit seinem exzellenten Klavierspiel und seinen ausdrucksstarken Interpretationen das Publikum mit einer weiteren Ebene der hohen Kunst verzaubern.
Für die ästhetische Verbindung einer modernen Lesebühne und der Tradition des literarischen Salons sorgt das Flair des Nebbienschen Gartenhauses.
Moderation:
Dr. Gaetano Biccari, Theater- und Literaturwissenschaftler
Tamara Labas, Lyrikerin
Kuration: Tamara Labas
Mit freundlicher Unterstützung des Kulturamtes der Stadt Frankfurt am Main und
des Frauenreferats der Stadt Frankfurt am Main.
Veranstalter: Labas‘ Lab. KreativLabor für Kunst und KuLtur e.V.
in Kooperation mit dem Frankfurter Künstlerclub e.V.
Nebbiensches Gartenhaus,
Bockenheimer Anlage, nahe Hilton Hotel
60322 Frankfurt am Main
14. Mai 2026 19:30 Uhr
1: ZWISCHEN UNRUHE UND FREMDW:ORT
Mit Silke Scheuermann und José F. A. Oliver
Grußwort: Dr. Sonja Vandenrath, Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main
Silke Scheuermann wurde für ihre Gedichte, Erzählungen und Romane mit zahlreichen Stipendien und Preisen ausgezeichnet, u.a. erhielt sie den Hölty-Preis, die am höchsten dotierte Lyrikauszeichnung im deutschsprachigen Raum. In ihrer Lyrik bezieht sie Position für die Natur aber auch für den Menschen, der liebt und leidet und mit ihrer Lyrik will sie „einen Raum schaffen, den so noch nie jemand betreten hat“. Ihre Gedichte zeichnen sich durch eine klare, bildreiche Sprache aus und behandeln wichtige Fragestellungen unserer Zeit. Zweites Buch der Unruhe ist ihr zuletzt erschienener Lyrikband.
Foto: ©Alexander Paul Englert
José F. A. Oliver ist ein deutsch-andalusischer Lyriker, Essayist und Literaturvermittler, der zahlreiche Stipendien und renommierte Preise erhielt. Aktuell ist er Stadtschreiber von Bergen-Enkheim. Oliver ist Kurator des von ihm initiierten Literaturfestivals Hausacher LeseLenz. Er war Präsident des PEN Zentrums Deutschland. Sein Werk ist durch eine interkulturelle Perspektive und eine besondere Sensibilität für Sprache und ihre feine Bedeutungserweiterung geprägt. Der Lyriker ließ sich u.a. von Friederike Mayröcker, Nelly Sachs und Hilde Domin beeinflussen. In jeden Fluss mündet ein Meer ist sein zuletzt erschienener Essayband.
Foto: ©Alain Barbero
18. Juni 2026 19:30 Uhr
2: ZWISCHEN BISSWUNDEN UND UNZUGEHÖRIGKEITEN
Mit Julia Grinberg und Julia Mantel
Julia Grinberg wurde in der UdSSR geboren. Sie wuchs in der DDR und später in der Ukraine auf. 2000 wanderte sie in die BRD aus und wohnt heute bei Wiesbaden. Sie ist Mitglied des PEN-Berlin, der Darmstädter Textwerkstatt von Kurt Drawert und des ehemaligen Frankfurter Lyrikkollektivs „Salon Fluchtentier“. Ihr zweites Buch Journal einer Unzugehörigkeit ist ein Band aus Lyrik- und Prosa-Miniaturen, in dem das Ich mit einer präzisen, lakonischen Sprache und Ironie über Fremdheit, Zugehörigkeit und die Zumutungen des modernen Alltags reflektiert.
Foto: ©Alexander Paul Englert
Julia Mantel wurde in Frankfurt am Main geboren, wo sie als Lyrikerin und Allroundjobberin lebt. 2005 gründete sie ihr Konzeptlabel „Unvermittelbar“, eine Verknüpfung von Handstrick und Lyrik. Sie ist Gründungsmitglied des ehemaligen Frankfurter Lyrikkollektivs „Salon Fluchtentier“, Vizevorsitzende des Hessischen Schriftstellerverbands (VS), Mitglied des PEN-Berlin. In ihrer Lyrik verbindet sie Alltagsbeobachtung mit philosophischer und gesellschaftlicher Reflexion, mit Humor und Ironie. Zuletzt erschien ihr Lyrikband Autobiographie einer Bisswunde.
Foto: ©Alfred Harth
24. September 2026 19:30 Uhr
3: ZWISCHEN GEGENWART UND FLÜCHTIGKEIT
Mit Daniela Daub und Martina Weber
Daniela Daub wurde in Pirmasens geboren und lebt in Wiesbaden. Sie macht Theater im öffentlichen Raum, interdisziplinäre Kunstprojekte und Lesungen. Ihre Gedichte, Aphorismen und Kurzprosa sind in Anthologien und verschiedenen Literaturzeitschriften veröffentlicht. Sie erhielt mehrere Literaturstipendien. In ihrem zuletzt erschienen Lyrikband Immer wieder jetzt werden Augenblicke des Erinnerns, des Fühlens und Wahrnehmens sprachlich verdichtet. Ihre Lyrik ist performativ und basiert auf Klang, Rhythmus und Präsenz.
Foto: ©Thomas Heuchemer
Martina Weber wurde in Mannheim geboren und lebt in Frankfurt am Main. Sie ist als Lyrikerin, Lyrik-Übersetzerin, Autorin und Leiterin einer Literaturwerkstatt in Darmstadt tätig. Ihr wurden zahlreiche Würdigungen und Literaturstipendien zuteil. Sie schreibt die Kolumne Lyrikweberei. Ein Lyrikworkshop für die Federwelt (Magazin rund ums Schreiben). Zuletzt erschien ihr Gedichtband Häuser, komplett aus Licht. In ihren prosanahen Gedichten verschwimmen Realität, Erinnerung und Imagination, dabei erforscht sie grundlegende existenzielle Fragen.
Foto: ©Jörg Hentrich
05. November 2026 19:30 Uhr
4: ZWISCHEN WELTEN UND MUNDRAUB
Mit Nasrin Siege und Sarah C. Schuster
Nasrin Siege wurde in Teheran/Iran geboren. Im Alter von acht Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Deutschland. Sie wuchs in Hamburg und Flensburg auf und wohnt heute in Frankfurt. Von 1983 bis 2016 lebte sie überwiegend in Afrika, wo sie sich als Psychologin in Straßenkinderprojekten engagierte. Sie ist Autorin von Kinder- und Jugendbüchern und Herausgeberin der von ihr gesammelten afrikanischen Märchen. Mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. In ihrem Lyrikband Mandeln und Rosinen skizziert sie ein reiches poetisches Lebens- und Erfahrungsfeld.
Foto: ©Ludwig Siege
Sarah C. Schuster wurde in Rüsselsheim geboren, studierte Komparatistik, Germanistik, Jüdische Kinder- und Jugendliteratur und Kinder- und Jugendtheater in Frankfurt am Main und San Diego, Kalifornien, sowie Advanced Creative Writing an der University of Oxford. Sie arbeitet als Autorin, Journalistin und Caseworkerin in komplexen Menschenrechtsfällen von politischer Bedeutung. In ihrem Lyrikband Amygdala spielt sie mit Klangfarben, mit der Vielschichtigkeit von Bedeutungen und reflektiert poetisch zentrale menschliche Erfahrungen.
Foto: ©Dionisio Centeno